Mieterselbstauskunft: Inhalt, Muster & was Vermieter fragen dürfen
Die Mieterselbstauskunft ist das Formular, mit dem Vermieter vor Vertragsabschluss prüfen, ob eine Bewerbung zur Wohnung passt. Hier steht, welche Angaben hineingehören, welche Fragen du nicht beantworten musst und wie du die Auskunft einmal ausfüllst statt bei jeder Wohnung neu.
Was gehört in eine Mieterselbstauskunft?
- Name, Geburtsdatum und Kontaktdaten
- Anzahl der einziehenden Personen
- Beruf und Art des Arbeitsverhältnisses (befristet/unbefristet)
- Regelmäßiges Nettoeinkommen des Haushalts
- Bestehende Mietschulden gegenüber bisherigen Vermietern
- Laufendes Insolvenz- oder Räumungsverfahren
- Haustiere, soweit sie die Wohnnutzung betreffen
- Angaben zur Bonität (freiwillig vorgelegte Bonitätsauskunft)
Diese Fragen sind unzulässig
Fragen ohne Bezug zum Mietverhältnis verstoßen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die DSGVO. Du darfst sie unbeantwortet lassen — oder falsch beantworten, ohne dass das später gegen dich verwendet werden kann.
- Familienplanung, Schwangerschaft oder Kinderwunsch
- Religionszugehörigkeit und Weltanschauung
- Partei- oder Gewerkschaftsmitgliedschaft
- Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis
- Krankheiten und Behinderungen
- Sexuelle Orientierung
- Herkunft oder Staatsangehörigkeit als Auswahlkriterium
Selbstauskunft als PDF — oder digital
| Klassisches PDF-Formular | Digitale Mappe bei urbeo |
|---|---|
| Für jede Wohnung neu ausfüllen | Einmal ausfüllen, für jede Bewerbung nutzen |
| Unterlagen per Mail an Fremde | Vermieter sieht nur den Status, keine losen Anhänge |
| Unklar, wer die Daten wie lange hat | Löschung nach Absage, Zugriff jederzeit widerrufbar |
| Keine Rückmeldung zum Stand | Live-Status der Bewerbung im Dashboard |
Häufige Fragen
Ist eine Mieterselbstauskunft Pflicht?
Nein. Die Selbstauskunft ist freiwillig. In der Praxis vergeben Vermieter Wohnungen aber fast nur an Bewerber, die eine vollständige Auskunft vorlegen — sie ist damit faktisch der Standard bei jeder Bewerbung.
Darf man in der Selbstauskunft lügen?
Bei unzulässigen Fragen (z. B. Familienplanung) darfst du bewusst falsch antworten, ohne Folgen. Falsche Angaben zu zulässigen Fragen — vor allem Einkommen und Mietschulden — können den Vermieter zur Anfechtung oder fristlosen Kündigung berechtigen.
Wann darf der Vermieter die Selbstauskunft verlangen?
Detaillierte Angaben zu Einkommen und Bonität sind erst zulässig, wenn ernsthaftes Interesse an einem Vertragsabschluss besteht — also frühestens nach der Besichtigung, nicht als Massenabfrage vorab.
Wie lange darf der Vermieter die Daten speichern?
Nach Art. 5 und 17 DSGVO sind Unterlagen abgelehnter Bewerber unverzüglich zu löschen, sobald das Auswahlverfahren beendet ist. Nur beim tatsächlichen Mieter dürfen die Angaben für das Mietverhältnis aufbewahrt werden.
Welche Unterlagen gehören zusätzlich dazu?
Üblich sind die letzten drei Gehaltsabrechnungen, eine Kopie des Ausweises, eine Bonitätsauskunft und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters.
Selbstauskunft einmal ausfüllen
Lege deine digitale Bewerbermappe an und bewirb dich damit auf jede Wohnung — ohne jedes Mal neue Formulare und Anhänge.
Wohnungen ansehenDieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.